Die staatlichen und moralischen Institutionen des Landes haben versagt.
Politiker, Kirchenleute und Professoren: Niemand ist da, der einem als Halt, als Vorbild dienen könnte. So empfindet Karl Moor und sein Schrei "Pfui über das schlappe Kastratenjahrhundert!" findet Anklang bei einer Gruppe Orientierungsloser, mit der man schon so manchen Streich in Leipzig durchgezogen hat. Da kommt ein Brief an, geschrieben von Karls Bruder Franz, der die letzte Perspektive zerstört: Karls Heimkehr auf das väterliche Schloss. Plötzlich steht die Idee im Raum, eine Räuberbande zu gründen, und Karl Moor greift zu, wird deren Hautmann und bringt damit eine Kette von dramatischen Ereignissen in Gang, die auf dm Theater ihresgleichen suchen.
Der andere Schauplatz des Stückes ist das Moorsche Schloss. Hier setzt Karls Bruder Franz alles daran, seine beiden Ziele zu erreichen: Herr werden und Amalia, Karls große Liebe, besitzen. Dafür muss er die beiden Menschen beseitigen, die ihm "gleich dem unterirdischen Zauberhund in den Geistermärchen, den Weg zu meinen Schätzen verrammeln.": das "Schoßkind" Karl und den Vater. Franz Moors überragender böser Intellekt formt Lüge um Lüge und zieht ihn immer weiter in den Strudel der Verbrechen, bis er am Ende dem Wahnsinn anheim fällt und die Familie zerstört ist.
Schlachtenszenen, abgrundtiefer Hass, ewige Liebe, Feigheit, Tapferkeit, große Helden, finstere Schurken, Räuberlieder, Liebeslieder, Komik und Tragik: Schiller bietet in seinem Geniestreich von Theaterstück alle Emotionen auf, deren die menschliche Seele fähig ist. Liebevoll in ein modernes Gewand gekleidet, bietet das theater marameo seinen Zuschauern in diesem Sommer Sturm und Drang unterm Sternenhimmel, der über die Jahrhunderte nichts von seiner Aktualität und Faszination eingebüßt hat. Pardon wird nicht gewährt!
Eine Familientragödie nimmt Ihren
Lauf, die in Superlativen, Gefühlsaufwallungen und großen Gesten ihresgleichen
sucht.
Die Räuber: ein glühendes
zeitloses Pamphlet gegen Zwang und Gewalt, und für ein freies
Leben.
Sturm und Drang unterm
Sternenhimmel!
es spielenAlexandra Bosshard Anika Kleinke
Kurt Eichmann Thomas Hintze
Tobias Kilian Mario Lohmann Rainer
Schubert
Percussion Botho
Karger
Regie Andreas Lüder
Kostüme Susanne Blatt
Bühne Nicole Bergmann
Regieassistenz Lissy Pernthaler Susanne Kreckel
mit freundlicher Unterstützung
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